Der Baustellencontainer: Fluch oder Segen?

Wer kennt ihn nicht, den guten alten Vertriebscontainer auf der Baustelle? Im Winter kalt und zugig, im Sommer erdrückend schwül. Und überhaupt: Irgendwie wirken solche Container schon seit längerem etwas piefig und aus der Zeit gefallen. Wer hat darauf noch Bock? Zumal aktuell notwendige Hygienekonzepte sich auf knapp 14 Quadratmetern schlecht umsetzen lassen. Andererseits: Manch einer kann sich sicher noch an seine Anfangszeiten als aufstrebendes Vermarktungstalent erinnern und den ersten Deal, der hier im Container auf der Baustelle begossen wurde… Aber auch jenseits romantischer Verklärung: So ein Container hat eben auch Vorteile.

Auf Tuchfühlung

Zunächst einmal hat ein Container einen ganz praktischen Zweck. Interessenten können sich vor Ort auf der Baustelle informieren und einen Eindruck von der Umgebung gewinnen. Oftmals lässt sich bereits über Baugruben schauend erahnen, wohin man aus dem Fenster der neuen Wohnung blicken könnte Das ist mehr Kopfkino als ein Telefonat oder eine Broschüre ermöglichen. Baustellen sind allerdings in den seltensten Fällen besonders schöne, gemütliche Orte, an denen man bei Wind, Wetter, Staub und Baulärm wichtige Gespräche führen möchte. Bis auf den Container: Hier kann man in Ruhe verschiedene Optionen durchsprechen, Muster von Bodenbelägen vergleichen und vieles mehr. Man ist vor Ort, aber vor der gröbsten Witterung und anderen Widrigkeiten geschützt.

Auch für die Vermarkter hat der Container Vorteile: Klar, hier vor Ort können sie auf Tuchfühlung mit den Interessenten gehen und Wohnräume viel leichter zum Leben erwecken als aus dem Büro heraus. Vielleicht noch viel wichtiger ist aber eine andere Funktion: Der Container hilft bei der Vermarktungsstrukturierung, der Beurteilung und qualitativen Priorisierung von Leads. Denn: Wer es einmal bis zur Baustelle schafft, der hat ein relevantes Interesse, an das man im persönlichen Gespräch anknüpfen kann, um mehr herauszufinden. Schaltet man hingegen lediglich eine Anzeige und hängt sich anschließend ans Telefon, gestaltet sich der Auswahlprozess deutlich aufwändiger. Bis man herausgefunden hat, bei welchen Interessenten sich die intensivere Beratung lohnt, sind unzählige Telefonate umsonst geführt und etliche Projektmaterialien für die Tonne verschickt worden. Abgesehen von Telefon- und Portokosten: Was am meisten schmerzt, ist wohl die verlorene Zeit.

Relikt aus bald vergangenen Zeiten?

Ob man nach meinem Plädoyer nun weiterhin vom Baustellencontainer überzeugt ist oder nicht: Aktuell braucht es zwingend Alternativen. Mit der Pandemie musste die gesamte Neubauvermarktung auf kontaktlose Alternativen umgestellt werden. Mittlerweile gibt es für den gesamten Vermarktungsprozess digitale Optionen. Und die werden die Pandemie sicher überdauern: Jüngere Generationen kennen es aus fast allen Lebensbereichen nicht mehr anders als digital. Wie aber lässt sich da noch das besagte Kopfkino erzeugen, wie lassen sich Leads qualitativ strukturieren? Mit unserem Wohnungsfinder FlatyFind.com haben wir uns auf die Fahnen geschrieben die Neubauprojektvermarktung schneller, effizienter und zum besseren Preis digital abzubilden

Kopfkino mit Zeitreise

Wir bringen für Projektentwickler und Bauträger den guten alten Baustellencontainer in die Gegenwart und Zukunft. Interessenten können mit unseren Virtualisierungen Ihre Neubauprojekte auf den heimischen Sofas zum Leben erwecken, betreten, Wohnungen vergleichen und Ausstattungsoptionen durchspielen. FlatyFind.com regt dabei nicht nur das Kopfkino an, sondern fungiert auch als Zeitmaschine, die eine realitätsgetreue virtuelle Version des entstehenden Projekts auf die Handys, Tablets und Laptops der Kaufinteressenten bringt.

Im Hintergrund wird automatisiert das Verhalten der Interessenten analysiert: Welcher Lead ist besonders wertvoll, welcher Nutzer besonders interessiert und welche Zahlungsbereitschaft weist er auf? Das ist nicht nur hilfreich in der Vermarktung, sondern kann wertvolle Hinweise für Folgeprojekte oder ausstehende Bauabschnitte liefern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Container hat bei allen Nachteilen seine Berechtigung, seine Vorzüge sind nicht von der Hand zu weisen. Dennoch: An der digitalen Sphäre wird die Wohnungsvermarktung auch nach überstandener Pandemie nicht vorbeikommen. Es ist an der Zeit, die Vorzüge des Containers in die neue Zeit zu bringen.

Enrico Kürtös

Enrico Kürtös

Als Gründer und CEO von FlatyFind kennt Enrico den digitalen Immobilienmarkt wie seine eigene Westentasche. Neben einem breiten Expertenwissen hat er vor allem eins: Eine Meinung. Beides teilt er gerne mit Ihnen hier auf dem Blog.

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